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Die Geschichte der Heisinger Steinkohle

Steinkohle wurde im Ruhrgebiet schon im frühen Mittelalter abgebaut.
Es waren zunächst Bauern, die sie auf ihrem Grundstück fanden und ausgruben. Die erste Urkunde, in der die Kohle im Ruhrgebiet erwähnt wurde, stammt aus dem Jahr 1302 aus Dortmund-Aplerbeck.
In einer Urkunde des Stiftes Essen aus dem 14. Jahrhundert taucht der Name "Pütt" (Zeche) auf. In Unterlagen des Abtes von Werden aus dem Jahr 1520 wird erwähnt, dass dieser damals bereits das Hoheitsrecht zur Genehmigung von Kohleabbau hatte und dafür den "Zehnten" erhielt, den zehnten Anteil am Gewinn. Von 1580 gibt es eine Urkunde, in der von einem Streit zwischen dem Abt von Werden und der Fürstäbtissin von Essen die Rede ist, wer den Zehnten erhalten soll, vom Abbau der Kohle auf dem Hofe Konink in Heisingen.

Heisingen bestand im 14. Jahrhundert aus 23 Bauernhöfen, die zum größten Teil gegenüber dem Abt von Werden abgabepflichtig waren. Diese Bauern fanden auf ihrem Boden, oft an Hängen, austretende Kohle. Sie benutzten sie zuerst als Hausbrand oder für das Schmiedefeuer. Anfangs wurde die Kohle in "Pingen" bis zum Grundwasser ausgegraben, an den Hängen wurden Stollen in den Berg getrieben.
Als 1780 an der Ruhr 16 Schleusen hergestellt waren, konnte der Absatz wesentlich gesteigert werden und viele neue Betriebe entstanden. In "Aaken", die ruhraufwärts auf "Treidelpfaden" von Pferden gezogen wurden, konnten bis zu 100 t Kohlen befördert werden. Erst als 1871 die Ruhrtalbahn in Betrieb ging, verlor die Schifffahrt auf der Ruhr ihre Bedeutung.

In Heisingen gab es etwa 100 Kleinbetriebe im Laufe der Jahre, die Kohle abbauten. Aus finanziellen und technischen Gründen schlossen sie sich jedoch zu immer größeren Einheiten zusammen, bis um 1900 der Unternehmer Carl Funke alle Betriebe erworben hatte und 1906 die Essener Steinkohlenbergwerke AG gründete. Seitdem bestand in Heisingen die Zeche Carl Funke, die 1973 stillgelegt worden ist.

Das Museum zeigt vom Heisinger Bergbau viele Zeugen: Maschinen und Arbeitsgeräte, Modelle und Bilder angewandter Abbauverfahren, alte Urkunden und Schriften, Karten über Lage und mit Namen fast aller früheren Betriebe, die Entwicklung der Essener Steinkohlenbergwerke AG, Bilder zur Entstehung der Steinkohle und zur Geologie und noch vieles mehr.

 

Jan Döhler, 01.07.2008